Kaffees mit Milch sind wahre Alleskönner unter den Kaffeespezialitäten und erfreuen sich großer Beliebtheit. Ob als Wachmacher am Morgen, als Pausengetränk zwischendurch oder als Genussmoment im Café – die Kombination aus aromatischem Espresso und cremiger Milch ist für viele ein absoluter Hochgenuss. Zwei der bekanntesten Vertreter sind der Latte Macchiato und der Cappuccino. Beide Getränke entstehen aus den gleichen Zutaten, unterscheiden sich jedoch in der Zubereitung und Schichtung der Komponenten.

So wird der Latte Macchiato zubereitet

Die Zubereitung des Latte Macchiato folgt einer ganz bestimmten Reihenfolge. Als Grundlage dient frisch aufgeschäumte Milch, die zu einem luftigen, seidig-cremigen Milchschaum aufgearbeitet wird. Dieser Milchschaum wird als erste Schicht in eine geräumige Glastasse gegeben und füllt etwa ein Drittel des Gefäßes. 

Anschließend wird die Tasse bis zur Hälfte mit heißer Milch aufgefüllt. Hierbei ist es wichtig, dass die Milch nicht überkocht, sondern eine angenehme Trinktemperatur von etwa 60-65°C aufweist. Zu heiße Milch kann den Geschmack beeinträchtigen und den Milchschaum zum Zusammenfallen bringen. 

Als krönenden Abschluss wird ein Schuss Espresso vorsichtig in die Mitte der Tasse gegossen. Durch die unterschiedlichen Dichten der Flüssigkeiten bildet sich eine klare Trennlinie zwischen Milch und Espresso. Der Espresso sinkt langsam nach unten und durchzieht die Milchschichten mit seinem kräftigen Aroma. 

Das Besondere am Latte Macchiato sind diese drei deutlich voneinander abgegrenzten Schichten aus Milchschaum, Milch und Espresso. So können Sie den Kaffeegenuss in vollen Zügen erleben – angefangen beim cremigen Milchschaum über die samtige Milch bis hin zum konzentrierten Espresso-Geschmack am Schluss. 

Ob von Hand zubereitet oder aus dem Kaffeevollautomaten – der Latte Macchiato ist eine wahre Gaumenfreude und ein absoluter Klassiker unter den Milchkaffees.

Die Zubereitung eines Cappuccinos

Beim Cappuccino dreht sich alles um die perfekte Harmonie aus Espresso und heißer Milch. Die Zubereitung folgt einem ausgewogenen Verhältnis: Ein Drittel Espresso und zwei Drittel leicht aufgeschäumter, cremiger Milch. 

Den Auftakt bildet ein frisch gebrühter Espresso als Basis. Dieser wird in eine vorgewärmte Tasse gegossen und bildet eine aromatische Crema auf der Oberfläche. Anschließend wird die Milch mit Dampf fein aufgeschäumt, bis eine seidig-samtige Konsistenz entsteht. Hierbei ist die richtige Temperatur entscheidend – die Milch sollte zwischen 60-65°C warm sein.

Die aufgeschäumte Milch wird nun vorsichtig über dem Espresso in die Tasse gegeben. Durch geschicktes Gießen und Drehen der Tasse entsteht eine gleichmäßige Verteilung von Milchschaum und Milch. Das Ergebnis ist eine homogene Mischung aus den drei Komponenten Espresso, Milch und Milchschaum. 

Der Cappuccino besticht durch seinen ausbalancierten Geschmack – die Intensität des Espressos wird wunderbar von der Cremigkeit der Milch und Milchsahne umhüllt. Der feinporige Milchschaum auf der Oberfläche rundet das Geschmackserlebnis perfekt ab.

Latte Macchiato und Cappuccino: Unterschiede in Geschmack und Konsistenz

Obwohl Latte Macchiato und Cappuccino aus den gleichen Zutaten bestehen, unterscheiden sie sich deutlich im Geschmack und in der Konsistenz. Hier die wichtigsten Unterschiede im Überblick: 

Geschmack

Latte Macchiato

Dank der klaren Schichtung können Sie den Latte Macchiato in vollen Zügen genießen. Zunächst erwartet Sie der samtige, cremige Geschmack des Milchschaums, gefolgt von der milchigen Süße der heißen Milch. Zum Abschluss offenbart sich das intensive Kaffeearoma des EspressosInsgesamt ist der Geschmack sehr milchbetont mit einem kräftigen Kaffeeakzent.

Um die einzelnen Schichten in ihrem vollem Geschmackserlebnis zu schmecken, empfiehlt es sich, den Latte Macchiato nicht umzurühren.

Cappuccino

Hier verschmelzen die Aromen von Espresso, Milch und Milchschaum zu einem harmonischen Ganzen. Der Cappuccino zeichnet sich durch einen ausgewogenen, aber sehr präsenten Kaffeegeschmack aus, der von der Cremigkeit der Milch und des Milchschaums umhüllt wird.

Die Kaffeenote ist deutlich dominanter als beim Latte Macchiato. 

Konsistenz

Latte Macchiato:

Durch die Schichtung variiert die Konsistenz von luftig-schaumig über samtig-cremig bis hin zu leicht wässrig im Espresso-Teil. Die einzelnen Schichten lassen sich gut am Gaumen unterscheiden.

Cappuccino:

Hier ist die Konsistenz durch die Vermischung der Zutaten sehr homogen und feinporig-schaumig. Der aufgeschäumte Milchschaum sorgt für eine leichte und zugleich cremige Textur auf der Zunge.

Was ist stärker – Latte Macchiato oder Cappuccino?

Wenn es um die Frage geht, welches der beiden Milchkaffeegetränke „stärker“ ist, müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Hier ein Überblick: 

Koffeingehalt

Da sowohl der Latte Macchiato als auch der Cappuccino auf Espresso als Basis aufbauen, enthalten sie in etwa die gleiche Menge an Koffein. Ein Schuss Espresso hat durchschnittlich 60-100 mg Koffein. Der Koffeingehalt hängt jedoch von der verwendeten Kaffeebohnensorte, der Röstung und der Portionsgröße ab.

Milchanteil

Hier gibt es einen deutlichen Unterschied: Der Latte Macchiato enthält aufgrund seiner Schichtung mehr Milch als der Cappuccino. Die größere Milchmenge „streckt“ den Koffeingehalt, sodass der Latte Macchiato insgesamt einen geringeren „Koffein-Kick“ hat.

Geschmacksintensität

Geschmacklich ist der Cappuccino durch die gleichmäßige Vermischung der Zutaten deutlich kaffeeintensiver und aromatischer. Der Latte Macchiato schmeckt aufgrund der höheren Milchmenge milder und milchiger. 

Kalorien

In Sachen Kalorien hat der Latte Macchiato durch seinen höheren Milchanteil leicht die Nase vorn. Eine große Portion kann schon mal 200-300 Kalorien enthalten. Der Cappuccino kommt auf etwa 100-200 Kalorien. 

Zusammengefasst lässt sich sagen: Vom reinen Koffeingehalt her gibt es kaum Unterschiede. Geschmacklich und von der Wirkung her ist der Cappuccino jedoch die „stärkere“ und aromatischere Variante der beiden Milchkaffees. Der Latte Macchiato punktet mit seinem milchigen, milderen Geschmack und ist die kalorienreichere, aber auch bekömmlichere Alternative. 

Ursprung und Tradition

Latte Macchiato

Der Latte Macchiato hat seine Wurzeln in der italienischen Kaffeekultur der 1980er Jahre. In dieser Zeit begannen einige innovative Kaffeehäuser, dieses Getränk als neue Variante anzubieten, um sich von den klassischen Milchkaffees wie Cappuccino abzuheben. 

Die Bezeichnung „Latte Macchiato“ leitet sich aus dem Italienischen ab und bedeutet übersetzt „gefleckte Milch„. Dieser Name beschreibt treffend die charakteristischen Schichten aus Milchschaum, Milch und einem „Schuss“ (macchia) Espresso, die das Getränk so einzigartig machen. 

Cappuccino

Der Cappuccino zählt zu den ältesten und traditionsreichsten Kaffeespezialitäten Italiens. Seinen Namen verdankt er den Kapuzinermönchen, deren Kuttenfarbe an die Farbe des Getränks erinnerte. 

In seinem Ursprungsland genießt man den Cappuccino traditionell zum Frühstück oder als Pausengetränk am Vormittag. Nach dem Mittagessen wird er jedoch nicht mehr konsumiert, da die Italiener dann zum puren Espresso als Begleiter zu Mahlzeiten greifen. 

Sowohl Latte Macchiato als auch Cappuccino sind feste Bestandteile der italienischen Kaffeekultur und Ausdruck des dortigen Lebensstils. Der Kaffeegenuss hat in Italien einen hohen Stellenwert und ist mehr als nur ein Getränk – es ist Tradition, Leidenschaft und Lebensfreude in einer Tasse.