Zuletzt aktualisiert am 15.07.2026
Der Espresso ist die Grundlage für fast alle italienischen Kaffeespezialitäten und er lässt sich auch ganz ohne Milch auf vielfältige Weise variieren. Als Kaffee Lungo begeistert der aromatische Kaffeeshot mit ausgedehntem Aroma im XL-Format. Doch was genau ist ein Espresso Lungo, worin liegt der Unterschied zu anderen Varianten und worauf kommt es bei der Zubereitung an? Dieser Beitrag wirft einen tiefen Blick in die Tasse.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Caffè Lungo bedeutet „langer Kaffee“ und ist eine verlängerte Variante des klassischen Espressos.
- Für die Zubereitung werden etwa 60–90 ml Wasser, ein etwas gröberer Mahlgrad und eine Durchlaufzeit von 40–60 Sekunden verwendet.
- Der Lungo besitzt einen leichteren Körper und weniger Crema, schmeckt durch die längere Extraktion jedoch herber und röstiger.
- Anders als beim Americano wird das gesamte Wasser durch das Kaffeemehl gepresst und nicht erst nachträglich hinzugegeben.
Was ist ein Lungo-Kaffee?
Wenn Sie sich fragen, was der Begriff „Lungo“ bei Kaffeespezialitäten eigentlich heißt, hilft ein Blick nach Italien: Das Wort bedeutet schlicht „lang“. Der Name beschreibt die verlängerte Zubereitungszeit und die größere Wassermenge, die für diese Espressozubereitung Kaffee verwendet werden. Korrekt heißt der Klassiker in seiner Heimat übrigens Caffè Lungo.
In Cafés nutzen Baristas diese Bezeichnung gezielt, um den „langen Kaffee“ von einem normalen Espresso abzugrenzen. Es handelt sich also nicht um ein völlig anderes Getränk, sondern um eine spezifische Variante auf Espresso-Basis.
Wie wird ein Lungo-Kaffee zubereitet?
Ein verlängerter Espresso wird grundsätzlich wie der klassische kleine Bruder zubereitet. Die Zubereitung des Caffè Lungo unterscheidet sich jedoch in drei wesentlichen Punkten: dem Mahlgrad, der Wassermenge und der Durchlaufzeit.
● Der Mahlgrad: Die Kaffeebohnen werden etwas gröber gemahlen als beim normalen Espresso. Das verhindert, dass der Kaffee durch die längere Kontaktzeit mit dem Wasser überextrahiert und zu bitter schmeckt.
● Die Wassermenge: Während ein normaler Espresso mit etwa 25-30 ml in die Tasse fließt, pendelt sich die ideale Menge beim Espresso Lungo bei etwa 60 bis 90 ml ein, also circa der doppelten Menge.
● Die Durchlaufzeit: Das Wasser fließt für etwa 40 bis 60 Sekunden durch den Siebträger (beim klassischen Espresso sind es nur 25-30 Sekunden). Durch die längere Brühzeit werden mehr Aromen und herbe Stoffe gelöst. Die Crema fällt dadurch zwar etwas dünner aus, dafür erhält der Kaffee ein völlig neues, eigenständiges Profil.
Ist Lungo stärker oder schwächer als Espresso?
Mehr Wasser, weniger Crema – ist der Lungo-Kaffee am Ende nur ein gestreckter Espresso? Nein! Ob er als „stärker“ wahrgenommen wird, hängt davon ab, wie man Stärke definiert:
1. Die Textur: Im Mund fühlt sich der Lungo weniger cremig und konzentriert an als ein klassischer Espresso. Da sich die Kaffeestoffe auf mehr Flüssigkeit verteilen, besitzt er einen leichteren Körper und wirkt im ersten Moment weniger intensiv.
2. Das Geschmacksprofil: Wer nun aber ein rein mildes Getränk erwartet, täuscht sich. Durch die lange Kontaktzeit mit dem heißen Wasser werden am Ende des Brühvorgangs vermehrt herbe Gerbstoffe und Tannine gelöst. Das verleiht dem Lungo im Abgang eine deutlich spürbare, röstige Bitternote, die man vom normalen Espresso so nicht kennt.
Der große Vergleich: Lungo vs. Americano, Ristretto & Café
Crema
Um in der Welt des Kaffees den Überblick zu behalten, lohnt sich ein Blick auf die Unterschiede zu anderen beliebten Kaffeespezialitäten.
Espresso Lungo vs. Americano
Häufig wird gedacht, es handle sich um dasselbe Getränk. Das stimmt nicht: Beim Lungo wird das gesamte Wasser durch das Kaffeemehl gepresst. Beim Americano hingegen wird ein normaler Espresso nachträglich mit heißem Wasser aufgegossen. Dadurch schmeckt der Americano sanfter, während der Lungo schwerer und herber bleibt.
Ristretto, Espresso und Lungo im Überblick
Wer den Unterschied zwischen einem Ristretto und den anderen Espresso-Varianten verstehen will, schaut sich am besten das Verhältnis von Wasser zu Kaffee an. Der Ristretto ist das exakte Gegenteil des Lungo: ein „kurzer“ Espresso, der mit sehr wenig Wasser extrahiert wird.
| Kaffeespezialität | Wassermenge (ca.) | Charakteristik | Geschmacksprofil |
|---|---|---|---|
| Ristretto | 15–20 ml | Sehr kurz extrahiert | Konzentriert, süßlich-kraftvoll, kaum Bitterstoffe |
| Espresso | 25–30 ml | Der goldene Standard | Ausgewogen, kräftig, dichte Crema |
| Caffè Lungo | 60–90 ml | Lang extrahiert | Herber, facettenreich, feine Bitternote |
Lungo vs. Caffè Crema
Ein weiterer häufiger Verwechslungspartner ist der Kaffee Crema. Der Unterschied zwischen diesem und dem Kaffee Lungo liegt vor allem in der Bohne und der Zubereitungsmenge. Ein Caffè Crema (oft aus einem Vollautomaten) füllt eine typische große Tasse Kaffee (ca. 120-150 ml) und basiert meist auf einer helleren Röstung. Der Lungo hingegen bleibt auch in der längeren Version ein echter, dunklerer Espresso.
Für wen empfiehlt sich der Kaffee Lungo?
Der verlängerte Espresso ist die ideale Wahl für Kaffeefans, die sich ein intensives, herbes Geschmackserlebnis in einer größeren Tasse wünschen, ohne dass der Kaffee (wie beim Americano) nachträglich verwässert wird.
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